Feelin' home

Es ist Dienstagabend, 10:18pm. Ich liege seit einigen Minuten in meinem Bett, habe noch etwas durch mein Handy gesurft, bevor ich mich meinem Laptop gewidmet habe. Gerade höre ich Fußstapfen über mir. Wie hellhörig alles ist. Stimmen. Stille. Und dann das bekannte Piepen, welches ertönt, wenn die Alarmanlage scharf gestellt wird.

Finally feeling home. Es fühlt sich so richtig an, so, als wäre hier leben alles, was ich immer gemacht habe.

Bevor ich weiter philosophiere, möchte ich gerne von den vergangenen zwei Tagen berichten (gestern und heute).

 

Gestern morgen bin ich zum ersten Mal in der Bücherei gewesen. Draußen sah es nach Regen aus, dennoch sind Hudson, Landen und ich gegen halb zehn mit dem Golfcart losgefahren. Wir hatten Glück, es blieb ziemlich trocken. Um zehn vor zehn standen wir vor der verschlossenen, aber innerlich beleuchteten Bücherei. Ein Blick auf die Öffnungszeiten verriet mir, dass die Library erst um zehn öffnet. Es sammelten sich dennoch mehr und mehr Leute an und Hudson meinte jedes Mal bei neuen Arrivern: 'It's locked! It's locked! We can't go in!' Dadurch hat er es geschafft, jedem einzelnen - es waren zu 80 Prozent Omi's - ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und den Tag zu versüßen! Als wir um 10:01am durch die Eisentüren liefen, erinnerte ich mich an Kristens Worte: 'Halte dich rechts, um in die Kinderabteilung zu kommen.' Gesagt, getan. Schon sah ich einige Computer, die bereit waren, 'erklommen zu werden' und dutzende Bücherregale. Hudson durfte sich glücklich schätzen, dass wir so früh da waren. Da er das einzige Kind war, hatte er gleich drei Computer für sich, auf denen Minispiele gespielt werden konnten. Währenddessen war ich damit beschäftigt, Landen zu verfolgen, während er durch die Reihen krabbelte. Ich habe das Gefühl er wird jeden Tag schneller. Bald, wenn er laufen wird, wird's wohl noch spaßiger. Also genieße ich die Krabbel-Zeit lieber mal. Sein 'Laufrekord' liegt bei 23 Schritten. Und nur ich hab's gesehen, da ich ihn den Großteil des Tages sehe. :-)

Natürlich befand sich in dem Bereich der Library, wo wir uns aufhielten, auch eine Büchereidame - genau so wie ich sie aus Filmen kenne. Sie führte einen kleinen, roten Wagen - gefüllt mit ein dutzend Büchern - mit sich, die einsortiert werden mussten. Irrsinnig leicht kam ich mit ihr ins Gespräch und erzählte ihr, dass ich aus Deutschland komme. Überraschenderweise kam eine deutschsprachige Antwort: 'Ich bin in Deutschland geboren'. Ich musste zwei Mal hinhören, um das wirklich glauben zu können. Ihr Deutsch war unglaublich gut und das, obwohl sie nur bis zu ihrem vierten Lebensjahr in meinem Heimatland gelebt hat. Zweisprachig erzogen wurde sie nicht, das fanden ihre Eltern zu 'confusing'. Das war das Wort, was ihr auf deutsch nicht einfiel, so half ich ihr weiter, indem ich es aufschrieb. Nach ca. 45 Minuten Aufenthalt sind wir mit einem Buch in der Hand Richtung Ausgang gelaufen.

Da der Big Park gleich neben der Library ist, ging's noch für 'ne viertel Stunde spielen, bevor wir uns auf den Rückweg gemacht haben, um Lunch zu essen.

 

 

Meine Pause habe ich mit Skypen verbracht, immerhin war gestern Montag. :-) Um vier bin ich wieder angefangen und habe seit Langem mal wieder einen Golfcartride mit allen Vieren gemacht. Zum Huddleston Pond ging's diesmal. Dort wurde auf dem Spielplatz gespielt und ich habe den Jungs gleichzeitig Geschichten erzählt. Mama, sei mir nicht böse, aber die Wurmgeschichte aus deiner Kindheit war das Highlight. Easton will dich drauf ansprechen, wenn du hier bist. Aber bis dahin hat er es wahrscheinlich schon vergessen. :-D

Zu Hause angekommen, hat Kristen bereits Dinner vorbereitet. Danke! Ich habe dann Landen gefüttert, die anderen essen lassen und anschließend alle gebadet. Dann haben wir noch ein bisschen 'The Diary of a Wimpy Kid' geguckt, wie auch schon an Abenden zuvor. Einer der drei Filme kam mir ziemlich bekannt vor, bis mir aufgefallen ist, dass es sich um zu deutsch 'Greg's Tagebuch' handelt, was ich mit meinen Messdienerjungs vor einigen Monaten geguckt habe. Zufälle gibts. Und Kindergeschmäcke sind wohl gerne gleich! Als Gute Nacht Geschichte haben wir einer CD gelauscht, die ein Buch vorgelesen hat. Es ging um einen 'Gingerbreadman' - hat gleich Weihnachtsstimmung aufkommen lassen. Jedenfalls in meinem Kopf. Das erinnert mich an die upcoming Holidays: Halloween, Thanksgiving, Christmas. Ich freue mich so darauf, das hier erleben zu dürfen. <3 

Als die Kids geschlafen haben, habe ich ein ganz simples Cookierezept ausprobiert - bestehend aus einer Banane, 1 Cup Granola und einem Esslöffel Peanutbutter (zu Cookies formen + 15 Minuten bei 350 F backen). Delicious.

Den heutigen Morgen habe ich mit Sport verbracht. Ich bin Richtung Huddleston Pond gelaufen und habe mich dort an dem Equipment ausgelassen. Dutzende Läufer sind mir entgegen gekommen. Wenn ich jetzt daran zurück denke, fällt mir nur 'typisch amerikanisch' ein. Ich kann es nicht erklären, aber einfach so viele Momente/Erlebnisse, so viel was passiert, ist eins zu eins gleich mit dem Leben in Filmen. Das war mir nie bewusst, als ich in Deutschland gewohnt habe, wie auch? Ich bin nie zuvor in Amerika gewesen. Aber jetzt, wo ich hier bin, fällt mir das tagtäglich auf. Es begleitet meinen Alltag, es bereichert mich ungemein. 'Genieße jede Sekunde dieses Lebens, Jana.', schießt es mir plötzlich in den Kopf.

Nach meinem Morning Walk habe ich ein paar weitere 'Vegan Cookies' gemacht, weil ich nicht genug von ihnen bekommen konnte und meiner Hostmum auch die Chance geben wollte, sie zu testen. Und wisst ihr, worauf ich mich schon ganz doll freue? Im Dezember Cookies backen mit den Kids. Sowohl deutsche als auch amerikanische Rezepte. *HAPPY*

Dann habe ich mit Mama und Papa geskyped, um mir Mamas Cookie Versuche anzusehen, die statt Peanutbutter Honig genommen hat. Ich bevorzuge dann doch eher meine Variante.

Den Nachmittag habe ich mit den Kids im Spielzimmer verbracht. Easton und ich hatten riesen Spaß beim Mario Cart fahren. Und da ich den Jungs hin und wieder deutsche Begriffe beibringe, erklärte ich Easton wie wir 'Mario' aussprechen. Das R ist wohl der mit Abstand schwierigste Buchstabe für ein amerikanisches Kind, wie es mir bereits einige Male aufgefallen ist. So sind wir ins Bad gegangen, haben Wasser in den Mund genommen und gegurgelt. Und tatsächlich, es hat geklappt. Was meint ihr, wie stolz ich auf mich bin? :-)

 

Heute Abend habe ich mich mit Coco, Lina, Louisa und Sarah beim $1 Cinema getroffen. Heute war es tatächlich nur $1 statt $1.50. Wir haben 'Sex Tape' geguckt - ich habe so viel gelacht! In dem Cinema gibt's 'n Fotoautomaten, so haben wir völlig spontan nach Filmende entschieden Foto's zu schießen. Jetzt kann ich einen weiteren Punkt auf meiner To Do Liste streichen.

Jetzt liege ich im Bett und denke darüber nach, wie ich den Beitrag begonnen habe. Und daran, wie ich ihn betitelt habe.

Feelin' home. 

I do feel home.

 

Jana

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