Von 4th of July über Weltmeister und neue Freunde - die ersten Wochen

Hello again,

 

es gibt immer noch viele Erlebnisse nachzuholen, deshalb wird das jetzt so ablaufen, dass ich besondere Dinge auf den Punkt gebracht darstellen werde und Details außen vor lasse. Sobald ich die Gegenwart eingeholt habe, folgen sicherlich Einträge der anderen Art und Weise! (natürlich konnte ich mich nicht daran halten)

 

Let’s go!

 

Ich kam am Freitag, den 4. Juli – Independence Day und Geburtstag meines kleinen Bruders – in PTC an. Die tollen Plakate kann man am Ende meines letzten Posts bestaunen.

Nachdem ich ein Sandwich gegessen, eine Dusche genommen und die ersten Dinge aus den Koffern gepackt habe, ging es gleich mit dem Golfcart los in Richtung einer riesen Wiese, bei jener dutzende andere Familien eintrafen. Mit Spielspaß, Essen, Getränken, Musik und Sonne verbrachten wir die Zeit, bis es gegen 9:15 pm dunkel wurde und das Feuerwerk seinen Lauf nahm – ATEMBERAUBEND!

Links ein Freund von Hudson und rechts Easton
Links ein Freund von Hudson und rechts Easton
geschmücktes Golfcart
geschmücktes Golfcart
amerikanische Farben - Peace
amerikanische Farben - Peace
Easton
Easton

Da PTC für heißes Wetter bekannt ist, sind wir gleich samstagmorgens zum Pool gegangen (mit dem Golfcart natürlich – ich durfte zum ersten Mal fahren, wuhu das ist so funny). Nachmittags haben wir „Papierkram“ erledigt, ich habe mit Deutschland geskyped, meine Gastgeschenke überreicht und abends sind wir mexikanisch Essen gegangen – ein Traum.

Pool
Pool
Pool
Pool
Hudson
Hudson
Gastgeschenke
Gastgeschenke

Neben unzähligen neuen Eindrücken, die mir an jeder Ecke begegnen – sei es die Bedienung der Mikrowelle, das Merken der Golfcartwege oder die Selbstbedienung am Kühlschrank – gestaltete sich mein erster Sonntag – one week away from home – wie folgt:

Morgens besuchten wir die coolste Kirche, die ich je zu Gesicht bekommen habe! Meine Gastfamilie ist evangelisch, deshalb stellte ich als Katholikin mich bereits auf kleine Unterschiede ein, aber mit so was habe ich nun gar nicht gerechnet: Zur Kirche gehen macht richtig Spaß! Nicht, dass ich in Deutschland nicht gerne zur Kirche gegangen bin, nein, ich war Messdienerin. Aber, unsere Kirche ist kein Vergleich! Zunächst gibt man die Kinder ab, für jedes Alter gibt es separate, kinderfreundliche Räume, in denen während des Gottesdienstes die Zeit mit Spielen, Basteln, Bibellesen verbracht wird. Dann gehen die „Großen“ in den eigentlichen Raum des Geschehens. Ich dachte, wo bin ich hier gelandet? Es war dunkel, angenehm dunkel, Fenster habe ich nicht bemerkt und die Sitze glichen jenen in einem Theater. Wir nahmen auf einer gepolsterten Sitzreihe in der Mitte des Raumes Platz. Vor uns befand sich eine Bühne, die mit Instrumenten gefüllt war. Jeweils zur Linken und Rechten waren große Bildschirme platziert. Das Ganze wurde durch Scheinwerfer – in allen Farben – abgerundet. Um 9:30 am ging es los. Ein Mann leitete den Gottesdienst mit wenigen Worten ein, bevor ich 20 Minuten einer Band zuhören konnte, die rockige Kirchenlieder spielte – und nicht gerade leise. Sowohl live als auch auf den Bildschirmen wurde dem Auftritt fasziniert zugehört. Jedem war es möglich mitzusingen, da die Liedtexte auf der Leinwand karaokemäßig eingeblendet wurden und zwei gute Sänger gaben den Ton an. Gleichzeitig schufen die tausend Lichteffekte ein tolles Ambiente. Mir war es, als wäre ich in einer Disko, auf einem Konzert, aber nicht in einer Kirche. Ich war sprachlos.

Im Anschluss an den musikalischen Einstieg breitete sich dort, wo eben noch die Musiker ihren Platz hatten, eine gigantische Leinwand aus. Wenige Sekunden später tauchte auf jener Leinwand ein Mann auf, in Anzug gekleidet, der, wie sich wenig später heraus stellte, der Pastor war. Richtig gelesen – der Pastor, der sich in Atlanta befand, trat nicht live, sondern auf einer Leinwand vor uns auf. Er unterhielt uns 30 Minuten mit dem Thema „schlechte Kirchenerfahrungen“, bevor der „Gottesdienst“ mit zwei weiteren rockigen Liedern abgeschlossen wurde. Das war vielleicht ein Erlebnis – Kirche mal völlig anders!

 

 

Mittags sind Kristen und ich zum Publics gefahren – einkaufen für die Woche. Ich neige dazu dutzende Dinge zu erzählen, dabei wollte ich mich doch kurz fassen – immerhin folgen noch einige Tage bis zur jetzigen Gegenwart – mal schauen, wie ich das handhabe.

Grocery Stores sind hier einfach zehn Mal größer, sodass es nicht gerade einfach ist, sich die Produkte mit den jeweiligen Standorten einzuprägen, die die Familie wöchentlich einkauft.

Zu den Einkaufswagen: da gibt es die Normalen, wie wir sie kennen, und die Anderen, wenn Kinder dabei sind.

Am Ende werden die Produkte aufs Band gelegt, ein Mitarbeiter scannt sie ein, der Nächste verpackt sie in Tüten und legt diese in den Einkaufswagen. Abschließend wird gefragt, ob Hilfe beim Einräumen ins Auto gebraucht wird. Das nenne ich amerikanische Freundlichkeit!

Dann war es soweit, ich durfte zum ersten Mal mit dem Minivan fahren: „Was ein großes Teil“, dachte ich, da ich sonst nur meinen Hyundai gewöhnt bin. Amerikanische Straßen sind anders, Joey erklärte mir die größten Unterschiede und ziemlich schnell habe ich mich an die 4-Way-Stops, Yielsigns und Ampeln gewöhnt. Für meine Fahrkünste wurde ich gleich beim ersten Mal gelobt, wir fuhren aber auch die nächsten Tage noch, um mich mit der Stadt vertraut zu machen.

 

Abends besuchten wir Omi und Opi mit dem Golfcart, einfach faszinierend, überall mit diesem Gefährt hinzukommen. Ich finde es jetzt schon toll.

Dann sind wir den SCHEDULE für die erste Arbeitswoche durchgegangen und nach einer angenehmen Nacht – ich liebe mein Bett – fing mein erster Arbeitstag am Montagmorgen um 8:00 am an.

 

Den Vormittag habe ich bereits alleine mit allen vier Jungs verbracht, draußen. Vier Jungs im Alter von 1-8, eine ganz schöne Herausforderung, aber es hat super geklappt! Vorm Lunch sind alle sieben inklusive mir mit dem Golfcart gefahren, schließlich sollte ich die Wege möglichst schnell drauf haben.

 

Nachmittags bin ich mit Kristen mit dem Auto zur Bank gefahren, um mir ein Konto einzurichten. Wenige Tage später wurde mir meine Debitkarte zugeschickt.

 

Die restliche Zeit wurde mit Skypen verbracht und abends habe ich mit Joey und Kristen Bachelorette geguckt. Wow, ist das witzig. Es kommt jeden Montagabend, da wir aber so ein Luxus-TV besitzen, gucken wir die Sendung immer später, um auf nervige Werbung verzichten zu können.

 

Totmüde bin ich gegen 11:30 pm ins Bett gefallen.

Easton
Easton

Den nächsten Vormittag haben wir im Playroom – millionenfach Spielzeug – verbracht, mittags gings zum Pool, nachmittags habe ich mit den Kids einen Limonaden- und Cookiestand gemacht, ich habe das Deutschlandspiel gegen Brasilien verfolgt und abends die Kids zum ersten Mal alleine gebadet. Die Tage davor habe ich immer zugeguckt, und ja, alle vier werden jeden Abend gebadet, was ich aber nachvollziehen kann, da das Wetter der Hammer ist.

Eine weitere Premiere folgte am Abend, ich bin zum ersten Mal alleine mit dem Auto gefahren. Wohin gings? Ich hatte mein erstes Au Pair Treffen – monatlich finden Treffen mit unserer regionalen Betreuerin und allen Au Pairs in unserem Cluster statt – und wir trafen uns bei ihr zum Dinner. Einige Au Pairs kannte ich bereits von Facebook, andere habe ich kennengelernt. Es war so lecker, hat Spaß gemacht sich auszutauschen und ich habe mich bereits super wohl gefühlt.

Playroom
Playroom
Limonadenstand with Brayden
Limonadenstand with Brayden
German Game vs Brazil
German Game vs Brazil

Mittwochs wurde ich mit Waschmaschine und Trockner vertraut gemacht, ich habe mit Melissa geskyped und gleichzeitig mein Zimmer super wohnlich, gemütlich und heimisch eingerichtet. Anschließend kam meine LCC (regionale Betreuerin) vorbei, was zu Beginn jeden Au Pair Jahres Pflicht ist und abends haben die Kids und ich auf dem Playground im Backyard und am nah gelegenen Pond gespielt.

Playground
Playground
Pond
Pond
Pond
Pond

Der Donnerstag wurde mit Golfcartrides zu den vielen Parks in der Umgebung verbracht und abends veranstaltete ich eine Movie night für die Kleinen. Popcorn durfte nicht fehlen, allerdings ist Ami-popcorn nicht süß, sondern salzig – ausnahmslos.

 

Freitags habe ich die Kids zum ersten Mal morgens alleine fertig gemacht, mit allem drum und dran: Frühstück und Spülmaschine ausräumen, Playclothes raussuchen und anziehen, Zähne putzen, waschen, Haare kämmen, Windeln wechseln, Betten machen – und das mit vier Jungs, die nicht still sitzen bleiben wollen. Aber mir fällt jetzt schon auf, dass die Routine ihren Lauf nimmt, was alles leichter macht.

In meiner Pause, die ich meistens von 1 – 4 habe, was optimal zum Skypen mit Deutschland ist, bin ich dieses Mal joggen gegangen. Nicht nur, dass es über 30 Grad war, auch die Schwüle und das bergige Land erschwerten mein Vorhaben. Ich hab’s aber gut überstanden und Golcartwege sind einfach optimal zum Laufen!

Dinner gegessen haben wir diesmal im Chick-Fil-A. Ein Restaurant, in dem man Menu’s bekommt in McDonaldsart, aber 10 Mal besser! Wir, die als Kühe verkleidet den Laden betraten, bekamen jeder ein Menu umsonst. Jeder der 50 anderen Gäste glich einer Kuh, was an der tollen Aktion lag, die das Restaurant mehrmals im Jahr anbietet: Wenn du als Kuh kommst, gibt’s Essen umsonst!

 

Gegen 8 habe ich mich mit Louisa und ihrer Freundin, die als Au Pair in PA lebt, beim FroYo TCBY getroffen. LECKEEER! Da bin ich von nun an Stammkunde.

Frozen Yogurt
Frozen Yogurt
Breakfast at IHOP
Breakfast at IHOP

Samstagmorgens sind Amanda und ich beim IHOP frühstücken gegangen und ich habe ein Geschenk für meine Hostmum besorgt.

 

Direkt im Anschluss sind meine Gastfamilie und ich zu einem anderen Pool gefahren, wo es sogar einen DJ und einen Hula-Hopp Wettbewerb gab. FUNNY!

Den Abend verbrachte ich mit dem Kleinsten alleine, da die anderen zu Chuck E. Cheese’s gefahren sind, als Belohnung für den zweijährigen, der nun keine Windeln mehr braucht.

Außerdem lief später American Pie im TV.

 

Sonntags sind wir wieder einkaufen gefahren und anschließend hab ich mich mit Louisa bei der Avenue getroffen, um ein wenig shoppen zu gehen. In eine Hose habe ich mich direkt verliebt, ein Starbucksbesuch durfte nicht fehlen und dann gings auch schon zurück zum Haus, DEUTSCHLAND gucken. Zum ersten Mal wollte ich wieder in Deutschland sein, zum ersten Mal machten sich kleine Anzeichen von Heimweh bemerkbar. Ich meine, wer will nicht, wenn er sein Land zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft siegen sieht, im eigenen Land sein? Wenn ich da jetzt so drüber schreibe, bekomme ich ein mulmiges Gefühl im Bauch.

Die zweite Arbeitswoche wurde mit Playdates, heißem Wetter und den ersten Golfcartrides alleine mit allen Vieren verbracht. Außerdem lernte ich Parthners ( eine tolle Pizzeria), einen coolen Japaner, bei dem vor deinen Augen gekocht wird und eine leckere Eistorte kennen. Allgemein habe ich schon so viel neues Essen probiert und war bisher immer begeistert (ein Essenspost wird folgen).

Außerdem war ich in dieser Woche bei Target, war weitere zwei Mal joggen, habe meine Nägel gemacht und eine süße Karte als Dankeschön für mein Geburtstagsgeschenk von Kristen bekommen.

Enten wurden mit Brot gefüttert, ich habe mich mit Louisa beim Starbucks getroffen und am Freitag kam das alte Au Pair von ihrem Travel Month wieder. Bis Mittwoch bleibt sie in der Familie, bevor sie wieder nach Deutschland zurück fliegt. Der Abend wurde ein Mädelsabend mit Pizza und einer DVD.

Samstag sind wir nach Newnan gefahren, wo dem zweijährigen die Haare geschnitten wurden, der Laden war echt der Hammer, seht selbst.

Sonntags gings mit Louisa ins 1$ Cinema, „Blended“ gucken. Dazu muss noch gesagt werden, in PTC wohnen 99 % Weiße, in der Nachbarstadt Fayetteville ist das Gegenteil der Fall. So durften wir uns nicht wundern, dass es aussah, als wären wir die einzigen Gäste im gesamten Film haha.

 

Ihr seht selbst, ich habe zum Ende hin wirklich versucht, mich kurz zu fassen, auch wenn ich so gerne ins Detail gehen würde, da es neben dem Aufgeschriebenen noch so viel mehr zu erzählen gibt.

Wenn du irgendwo zu mehr wissen möchtest, halte deine Neugier nicht zurück und schreib mich doch einfach an!

 

Abschließend noch einige weitere Eindrücke, die ich in den letzten Wochen gesammelt habe!

 

Bis dann,

JANA

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Melina (Mittwoch, 23 Juli 2014 21:05)

    Mensch Jana, echt super Blog!
    Ich hab mir grad richtig viel Zeit genommen um alles einmal zu lesen!
    Ein wenig Neid kommt zwischendurch wirklich auf :D
    Mach weiter so, vermisse dich schon :*

  • #2

    Lena (Dienstag, 29 Juli 2014 23:00)

    Oh Jana, das klingt alles richtig toll!
    Scheinst ne wahnsinns Familie bekommen zu haben :)
    Genieß die Zeit! :)

  • #3

    Pia (Mittwoch, 30 Juli 2014 12:05)

    Hallo Jana!
    Sitze gerade in der Zentrale im Bürgerbüro, es ist fast 12 Uhr und gerade ruft mal niemand an! Daher dachte ich mir, gucke ich, was dein Blog so macht. Ich finds unglaublich cool. Bisher hab ich den immer nur übers Handy gelesen, aber so über den Bildschirm mit den ganzen Fotos usw, super schön gemacht!
    Und wie schnell die Zeit einfach vergeht. Ich hätte nie gedacht, dass du schon über einen Monat weg bist. Es ist so krass, was du alles erlebst. Ich glaube, dass das Auslandsjahr und die Zeit mit der Gastfamilie dir unglaublich gut tun wird, du so viel erleben und dazu lernen wirst. Allein, was du alles schon gesehen hast, wenn du gerade mal 20 bist, ist quasi unvorstellbar für die meisten Menschen.
    Ich wünsche dir noch eine verdammt tolle Zeit mit vielen positiven Erfahrungen, super netten Menschen. Und es ist gerade sowas witziges passiert, dass ich dir sofort eine Whatsapp-Nachricht schreiben werde :-D :-D :-D
    Meld dich mal, Jana! :-*

  • #4

    Ich (Montag, 15 September 2014 02:43)

    Danke euch dreien für eure lieben Worte, ich bezweifle, dass ich das hier lest, weil ich echt spät dran bin, aber ich möchte es trotzdem kommentieren.
    Melina, freut mich, dass du alles gelesen hast und es dir gefällt. Ich vermiss' dich auch!
    Lena, ich werde es genießen, es geht viel zu schnell vorbei!
    Pia, danke, dass dir mein Blog gefällt. So ein Blog scheint 'ne super Möglichkeit zu sein, alle auf dem Laufenden zu halten und gleichzeitig kann ich später immer darauf zurück blicken. Und was du mir erzählt hast, war wirklich mal mega witzig!

    Kuss an euch,
    Jana :-*

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of a thousand miles

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