Hallo aus Amerika

Endlich finde ich Zeit mich zu melden, ja, ich bin rundum beschäftigt!

Mit meinem ersten Juli Eintrag möchte ich euch gleich vorwarnen, dass dieser etwas einem Roman gleichen könnte, weil ich so viel nachzuholen habe. An vielen Stellen bin ich jedoch nicht ins Detail gegangen, sonst wäre es wirklich ein Roman geworden.

Nebenbei fällt mir auf, dass mir ständig englische Begriffe im Kopf rumschwirren, wenn das so weiter geht, folgen Blogeinträge auf Englisch, das kann ich euch versprechen!

 

First of all, back to Germany! Back to the date of my flight!

June 29th 2014.

 

Wir fahren nichtsahnend, nachdem ich meinen Koffer tausend Mal kontrolliert habe, los in Richtung Düsseldorf. Da wir außerhalb unseres Dorfes wohnen, mussten wir unser Dorf passieren und außerdem meine beste Freundin einpacken!

Gerade unterwegs sah ich in der Ferne ein Hindernis und als ich anfing mich zu fragen, was sich sonntagmorgens um 9 Uhr auf der „Hauptstraße“ in meinem Dorf befinden könnte, erkannte ich das mir Bevorstehende:

Meine Mädels!!! Ich hatte mir vorgenommen, so wenig Tränen wie möglich zu vergießen, als ich jedoch den Großteil meiner Mädels und dazu die tolle Überraschung sah, konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten.

Nach einer langen Verabschiedungsrunde sind wir irgendwann (10:05 Uhr) am Flughafen in Düsseldorf angekommen.

Ich erinnere mich heute, 2 Wochen später, noch genau an den Moment, an die letzten Stunden in Deutschland.

Gleich am Flughafen habe ich viele andere Au Pairs getroffen und Dank einer WhatsAppgruppe konnte ich direkt einige Gesichter zuordnen.

Um 13:20 (15 Minuten nach eigentlicher Abflugzeit) hieß es dann wirklich:

 

„Bye Germany, hello USA“

Es klingt immer noch so unreal, aber ich bin hier, 7244 km von zu Hause entfernt. Unvorstellbar, aber wahr.

Nach einem sehr angenehmen Flug, der uns 7,5 Stunden kostete und dessen Unterhaltungsprogramm exzellent war, erreichten wir die Staaten. Ortszeit: 3:00 pm.

Wir passierten den Zoll, erwarteten sehnsüchtig unsere Koffer, in der Hoffnung nicht zu den 5 % zu gehören, dessen Gepäck üblicherweise „verloren“ geht und wurden von einem freundlichen Cultural Care Mitarbeiter mit knallpinkem Schild erwartet. Zum jetzigen Zeitpunkt wusste ich nicht, diesem Fahrer einige Tage später erneut zu begegnen.

 

Um 6:00 pm erreichten wir die Trainingschool. Da unser Körper, unser Geist, unsere innere Uhr im Glauben war, es sei Mitternacht, waren wir verständlicherweise müde.

Meine Zimmergenossinnen haben es sich bereits „gemütlich“ gemacht und genossen einen Schlaf, sodass ich jene erst später begrüßen konnte.

Dennoch muss ich sagen, Nina (Deutschland) und Daniela (Kolumbien) als zwei nette junge Frauen kennengelernt zu haben. Beide werden ihr Au Pair Jahr wie ich in der Nähe von Atlanta verbringen, Daniela sogar in der selben Stadt wie ich, was bei einem Land wie der USA mehr als Zufall ist.

Cultural Care sieht es vor, Au Pairs der selben Gegend in ein Zimmer zu „stecken“, damit man bereits erste Kontakte knüpfen kann.

Schnell stellte sich heraus, dass die beiden einen anderen Weiterflug von NY nach GA haben würden. Beide würden 45 Minuten eher von einem anderen Flughafen reisen, was mich zum damaligen Zeitpunkt sehr frustrierte. Immerhin bin ich noch nie alleine geflogen und dann das gleich in einem fremden Land. „Na toll“, dachte ich und ahnte nicht, was noch käme.

Im Nachhinein bin ich jedoch sehr froh, vom LaGuardia geflogen zu sein, auch wenn ich niemandem wünsche in meiner Haut gesteckt zu haben.

Warum? Gedulde dich und ließ mehr.

 

Zurück zur Trainingschool. Um 7:00 pm gab’s Dinner: Pizza – das geht ja gut los.

Anschließend ging’s für mich in den Aufenthaltsraum: WLAN nutzen.

 

Die kommenden zwei Tage wurden ausschließlich mit Classes – mehr oder weniger interessant – verbracht. Zwischendurch genossen wir die Pausen, dessen Limit von 30-60 Minuten stets schnell erreicht war.

 

Mittwoch stand das Highlight der Woche an! NEW YORK CITY!

Morgens lernten wir alles, was wir bereits wussten: Erste Hilfe. Es war eine gute Auffrischung, dennoch hätte man den Umfang von 6 Stunden kürzen können. Unser Lehrer war dieser Meinung und schloss den Unterricht bereits nach 5 Stunden – so wurde die restliche Zeit für’s Skypen genutzt.

Und dann hieß es endlich: New York City, ich komme!

 

 

Es war ein unglaublich aufregender Tag!

 

Auch wenn das Wetter keineswegs mitgespielt hat, hatten wir riesen Spaß! Ich meine, wer kann schon von sich behaupten bei Regen und Gewitter gerade nur so über den Times Square gerannt zu sein?

 

Postkarten und ein Hardrockcafe T-Shirt werden mich immer wieder an diese atemberaubende Stadt erinnern. I LOVE NYC!

 

Zusammenfassend hatte ich einen unvergesslichen Tag mit wunderbaren Menschen! :-*

Am Donnerstag war es dann soweit. Aufgeregt, mit klopfendem Herzen und aufgeteilt in sechs Busse fuhren wir am Morgen gegen 8:15 am Richtung LaGuardia Flughafen los. Mein Flug sollte um 3:00 pm stattfinden, meine Airline nannte sich Delta Airlines. Glücklicherweise gab es eine Hand voll Au Pairs, die mit der selben Airline zu ähnlichen Uhrzeiten fliegen sollten, sodass wir die mehr als 5 Stunden am Flughafen gemeinsam verbringen konnten. Dutzende iPads vertrieben unsere Langeweile.

2:15 pm. Ich machte mich alleine(!) auf den Weg zu meinem Gate D04, meine Boardingtime startete ab 2:30 pm. Nach einigen Unstimmigkeiten erreichte ich meinen Sitz, der sich ziemlich weit hinten im Flugzeug befand. Mehr als zwei Stunden verbrachte ich dort, ohne vom Boden abzuheben. Ständig waren wir im Ungewissen, wusste nicht, was uns erwarte. Irgendwann hieß es dann „wir fahren zurück zum Gate, es herrscht ein Hurrikan über North Carolina, der Flug wird nach hinten verlegt.“

Als wäre das nicht schon schlimm genug, hieß es plötztlich: „Der Flug ist gestrichen. Alle Flüge, die heute von New York nach Atlanta angesehen sind, finden nicht mehr statt.“ Man muss wissen, vom LaGuardia fliegt üblicherweie stündlich ein Flugzeug in den warmen Süden. Nichts da. Richtig gelesen. Da war ich nun, völlig auf mich gestellt in einem fremden Land an einem fremden Flughafen, ohne zu wissen, wie es weiter geht – ohne zu wissen, wo ich die Nacht verbringen sollte und am Rande der Verzweiflung. Englisch fiel mir plötzlich zehn mal schwerer als sonst, was der wohl ungünstigste Zeitpunkt auf Erden war. Ich schrieb im Wert von dutzenden Euro’s mit meiner Hostmum, lieh mir mehrere Handys, um mit ihr zu telefonieren, sprach mit Frauen, sprach mit Männern. Nach Stunden erfuhr ich, dass sich weitere Au Pairs am Flughafen befinden sollten, dessen Flüge gecancelt wurden. Doch wo sucht man, wenn man allein in New York ist? Ich ging völlig durcheinander eine Rolltreppe hinunter, nachdem ich ein Flugticket für den nächsten Tag um 11:00 am erbetteln konnte, normalerweise hätte ich erst den 6:00 pm Flug nehmen können, aber ich wollte doch so schnell wie möglich zu meiner Gastfamilie – immerhin wollte ich den 4. Juli so wenig wie möglich missen, denn den erlebe ich in Peachtree City nur einmal.

Die Rolltreppe führte mich Richtung Bagage Claim – irgendwo dort sollte irgendwann ein Cultural Care Mitarbeiter auftreten und mich zurück zur 60 Milen entfernten Trainingschool bringen. Aber wann? Das wusste niemand.

Dann erblickte ich wie aus dem Nichts in geschätzten 100m Entfernung eine Gestalt, die einem Jungen aus der Trainingschool ziemlich ähnlich sah – tatsächlich, es war Marcel und mit ihm Roxy.

Tausend Steine fielen von meinem Herzen, zu wissen, nicht mehr alleine zu sein.

Nach abertausend Telefonaten und dergleichen wurde wir um 10:00 pm vom zu Anfang erwähnten CC-Mitarbeiter abgeholt und erreichten gegen 11:00 pm die School.

Ich schlief in der Nacht erst gegen 1:00 am ein, musste bereits um 5:00 am wieder aufstehen und erreichte somit viel zu früh und mit reichlich wenig Schlaf den Flughafen, dem ich am Tag zuvor doch schon über 12 Stunden treu geblieben war.

Da ich nicht zu weit vom Thema abschweifen möchte und diejenigen, die diesen Stuff lesen nicht zu voll quatschen möchte, fass ich mich nun kurz, obwohl ich sooo viel erzählen könnte!

 

 

 

Der Flug war angenehm und dauerte keine zwei Stunden! Der Flughafen, an dem ich landete, war riesig. Der Hartsfield-Jackson Airport in Atlanta ist auch der größte in GANZ Amerika, aber ich habs geschafft und irgendwann stand ich auf der riesen Rolltreppe, an dessen Ende mich die Hostmum erwarten wollte. Und dann traf ich sie, wir begrüßten uns mit einer Umarmung und verstanden uns von Anfang an gut. Wäre ich einen Tag eher geflogen, hätte mich die gesamte Familie begrüßt, aber Dank des 4. Julis war das leider nicht möglich. Umso mehr freute ich mich, als wir nach knapp 45 Minuten das Grundstück der Familie betraten und ich mit diesen tollen Plakaten begrüßt wurde:

Eigentlich war geplant, alles in den ersten Beitrag zu fassen. Da ich aber der Meinung bin, dieser Post enthält bereits 'ne menge Infos, werde ich an dieser Stelle aufhören zu schreiben!

Ich hoffe, ihr konntet einen einigermaßen guten Eindruck von meiner ersten Woche in New York erhalten! :-)

Ich verspreche, möglichst bald folgt ein Beitrag meiner ersten Arbeitswoche - ich hab schon einiges erlebt und alles ist so neu und anders!

Aber - und das ist das wichtigste - ich fühle mich super wohl!

 

Bis bald,

eure Jana! :-)

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Kommentare: 5
  • #1

    Monika (Montag, 21 Juli 2014 17:38)

    Als du uns in der SMS mitteiltest, dass es so stürmisch sei und es nicht sicher wäre, wann ihr fliegen würdet, hatten wir zu Hause ganz schön viel Angst um dich und waren froh dass der Flug schließlich gestrichen wurde.Mit so einem Hurrikan ist ja auch nicht zu spaßen.Und gottseidank bist du am 4.Juli ja noch gut angekommmen.

  • #2

    Monika (Donnerstag, 24 Juli 2014 17:03)

    Hi Jana,
    ich bin froh, dass du in Amerika so eine tolle Familie gefunden hast und dass es dir gut geht, auch wenn mir der Abschied trotz allem echt schwer gefallen ist. Lennart versuchte noch mich aufzumuntern, indem er sagte:"Ach Mama, was ist denn schon ein Jahr im Gegensatz zum ganzen Leben."

  • #3

    Monika (Donnerstag, 24 Juli 2014 17:09)

    Recht hatte er ja, aber traurig war ich trotzdem.Wirklich toll ist es , dass man über WhatsApp und Skype so einen guten Kontakt zueinander hält.Hoffentlich hast du eine schöne Zeit dort und machst viele tolle Erfahrungen.Das wünsche ich dir von Herzen.

  • #4

    Ich (Montag, 15 September 2014 02:14)

    Danke Mama, für deine unglaublich lieben Worte. Ich vermisse dich ganz doll und freu mich, dich schon in weniger als 100 Tagen wieder in die Arme schließen zu können - vorerst. Ich freue mich, euch alles hier zeigen zu können. Hoffentlich gefällt es euch genau so gut wie mir!

    Ich hab dich lieb,
    deine Tochter Jana. :-*

  • #5

    Nicolas ;) (Dienstag, 06 Januar 2015 04:04)

    Ich möchte dich in einer Stelle korrigieren, undzwar bei der Zeile mit dem Flughafen von Atlanta. Der ist sogar der größte Flughafen der Welt :D
    LG dein Bruder Nicolas :)
    Hab noch ne schöne Zeit und komm bald nach Hause!:-*

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